Mein 58. Geburtstag ...

Letzten Donnerstag hatte ich Geburtstag. Wie schon die letzten 3 Jahre (also schon bereits traditionell!), habe ich viele unserer Freunde zu einem Grillabend eingeladen. Und wie das hier so ist, weiss man bis zum Schluss nicht so genau wer alles kommt, oder auch noch mitkommt: Ich habe u.a. Brian eingeladen, und weil er gerade noch ein Besuch bekam, kamen nicht nur er und seine Frau Helen sondern der Besuch auch – und das ist ganz ok so! Ich habe vorab etwas mehr als üblich in der Küche gestanden, Maurice hat grilliert und ich bekam noch 3 Geburtstagskuchen geschenkt, so dass es gut für alle gereicht hat. Es gab Makkaronisalat, Brokkolisalat, frische Brötchen aus Mulele, zur Vorspeise Pizza von Kathrin Furrer, gegrillte Hühnerflügel, kleine Steaks und Würste – Maurice ist ein grossartiger Grilleur. Zur Nachspeise 4 Kuchen und Ananas: Dank meinen Vorgängern Judith und Ueli habe ich eine sehr grosse Terasse, wo viele Freunde Platz finden: Es wurde viel geachwatzt und gelacht und wir alle haben es sehr genossen: Natürlich gab es auch noch andere Geschenke als Kuchen: Ich habe einen Weihnachtsstern bekommen, die Pflanze, die wir vor Weihnachten in der Migros kaufen. Die wächst hier im Garten, nur bisher in meinem noch nicht – ich habe mir schon lange einen gewünscht und Michael hat ihn mir geschenkt (er steht auf dem Buffet-Tisch im obersten Foto). Ausserdem habe ich ein spannendes Buch bekommen und ... einen Güggel! Ja, das ist so ein typisches Geschenk hier, ich bekam letztes Jahr schon einen von meinen Kollegen aus Mulele (Tina und Miri können sich sicher erinnern!) und dieses Jahr einen schön gepunkteten von Benjamin und Irene Furrer. Er schlief friedlich in seiner Karton-Schachtel. Was tu ich denn damit, habe ich gefragt. „Essen“ war die logische Antwort. Also hat ihn Victor über Nacht in sein Haus mitgenommen (ich wusste ja nicht, wie Alex auf so einen neuen Freund in seinem Garten reagiert!) und am nächsten Tag gab’s feines Village chicken in Mulele – echt lecker: Am Samstag dann gab es noch ein Geschenk: Wir waren in Lusaka in einem klassischen Konzert. Etwas, was ich über 3 Jahre nicht mehr genossen habe. In der Alliance francaise hat eine russische Pianistin gespielt, z.T. zusammen mit einem Kammerorchester, z.T. mit einer Sopranistin. Es war wundeschön und ein wenig sambisch. Der Stuhl, auf dem die Pianistin sass, sah so aus: Maurice hat noch ein paar Bananen in seinem Auto transportieren müssen, als Warenmuster von seinem Spezial-Kunden, dem 2-Tonnen-Truck-Besitzer, für die Lebensmittel-Kette „Foodlovers“ in Lusaka - sie seien noch zu grün und zu klein, war der Bescheid, also fuhren sie wieder mit uns zurück nach Mpanshya. So war mein Geburtstag – einfach herrlich vielseitig!

19.2.18 17:03, kommentieren

Eine Taufe und 2 Hochzeiten ...

Heute waren Maurice und ich wieder mal in der katholischen Messe. Um 7h morgens wäre sie in Englisch, aber das schaffen wir nicht, das ist zu früh. Also um 9h in die in Chinjanya gesprochene Messe. Priscilla hat mir gesagt, ihr Bruder Joseph heirate in dieser Messe. Alles war ganz normal zuerst: Der Chor sang wunderbar, die 3 e-Gitarren waren verstimmt und die Lautsprecher dröhnten. Meist ist die Messe begleitet von Gesang ohne Lautsprecher, oft mit einer Trommel: das ist total schön! Manchmal, zu besonderen Gelegenheiten, kommen dann die e-Gitarren zum Zug und das ist dann immer eine Herausforderung fürs Ohr! Und heute war so eine besondere Gelegenheit: Nach den Lesungen und der Predigt wurde zuerst ein Kind getauft und dann kamen die 2 Hochzeiten: Jede Trauung ging vielleicht 10 Minuten. Da wir immer eher hinten sitzen, konnten wir leider keine Fotos machen (man darf hier in der Messe und überhaupt überall Fotos und Videos machen, das ist völlig normal und akzeptiert). Die Bräutigamme trugen hellblaue Anzüge, die Bräute waren nicht etwa in weiss, sondern trugen schöne, farbenfrohe Kleider mit einer Art Hut aus demselben Stoff wie das Kleid – hat mir sehr gut gefallen! Die Trauungen waren sehr ernste Angelegenheiten: Braut und Bräutigam haben sich nach der Trauung nicht etwa öffentlich geküsst, das tut man hier nicht. Sie sahen alle sehr ernst drein – wenn man nicht wüsste um die kulturellen Gepflogenheiten, man hätte meinen können, sie seien eher an einem Begräbnis. Aber wir wissen: zu allen wichtigen Angelegenheiten wird ein ernstes Gesicht gezeigt. Dafür hat der Rest des Kirchenvolkes sich umso mehr gefreut: Nach den Trauungen wurde ganz lang und laut gesungen und alle haben getanzt oder sich zumindest im Takt mitbewegt. Das könnt Ihr in den zwei Videos miterleben, die Ihr findet, wenn Ihr auf den link links oben "Hochzeiten in Mpanshya" klickt - es sind zwei kurze Videos in meiner Dropbox. Möglicherweise wären unsere Kirchen auch voller am Sonntag, wenn Trauungen in der normalen Sonntags-Messe integriert wären? Ich fand es jedenfalls schön, dass hier mitten in der Pfarrei geheiratet wird, und alle mitfeiern und sich freuen! Nach der Messe gab es draussen auf dem Kirchplatz noch Musik und Tanz und etwas zu essen für alle. Es waren schöne 2 Stunden, auch wenn es heiss und feucht und furchtbar eng war in den Bänken!

11.2.18 18:12, kommentieren