Eine kleine Nachtmusik ...

Am Freitag waren wir einkaufen in Lusaka, im East Park Einkaufszentrum. Schon beim Reinkommen schallte uns Mozart entgegen und ich war freudig überrascht ob des Orchesters: Mit Begeisterung spielten die jungen Männer, sie spielten gut und es machte ihnen Freude, das war nicht zu übersehen. In einer kleinen Pause habe ich sie gefragt, woher sie kämen und wofür sie Geld sammeln. Sie kämen aus einem Compound (der Begriff hier in Sambia für ein städtisches Armenviertel) und sammeln Geld für Instrumente und Musik-Lektionen. Wieso habe ich sofort zum Portmonnaie gegriffen und gespendet? Wieso hat mich das so berührt? Zum einen war es die Freude, junge Männer zu sehen, die etwas Schönes mit Inbrunst tun: es braucht viel Üben und Durchhaltevermögen, um so Spielen zu lernen – Enthusiasmus und Perspektiven im Leben? Das ist nicht selbstverständlich hier in Sambia. Andererseits, und das muss ich mir auch eingestehen, hatte ich riesig Freude, wieder mal Mozart zu hören: etwas Vertrautes! Am liebsten wäre ich tanzend zur kleinen Nachtmusik aus dem Einkaufspalast zu meinem Auto geschwebt!

11.6.17 16:17, kommentieren

Man muss einfach praktisch sein ...

Wie viele von Euch die letzten paar Wochen selbst erfahren haben: unsere Internetverbindung war total lausig. Letztes Jahr war noch alles bestens, aber seit Anfang Regenzeit konnten wir nur selten skypen, emails rauszuschicken dauerte Ewigkeiten und eine Internetrecherche hat den letzten Nerv gekostet. Erst dachte ich, das liege an der hohen Luftfeuchtigkeit und den Gewittern der Regenzeit. Doch die Regenzeit ging vorbei und die Verbindung blieb katastrophal. Leider hat es hier in Mpanshya nur einen Internet-Provider, MTN, und das ist, gelinde ausgedrückt, ein Saftladen. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass in Mulele die Verbindung besser ist – ob das wohl daran liegt, dass Mulele ein paar Meter höher liegt als unser Haus, das in einer Senke liegt? Nachdem ich ein paar Mal mit Compi und Router nach Mulele gepilgert bin zum skypen haben wir beschlossen, etwas auszuprobieren: Maurice und ich haben alle vorhandenen Verbindungskabel aneinandergereiht und den Router an einen Ast unseres grossen Flamboyant - Baumes über dem Dach gehängt, Weil es morgens noch Tau hat mussten wir alle Kabelübergänge und den Router gut in Plastiksäcke einpacken: Es hat geklappt: eine wunderbare 3G-Verbindung! Wir haben es eine Woche ausprobiert und es war, bis auf ein paar 2G-Aussetzer, ein prächtiges Arbeiten! Natürlich haben wir überlegt, wie wir nun den Router über unserem Dach regen- und windsicher einrichten könnten. Ich habe einen gelben Kochöl-Kübel aus Mulele organisiert, eine Zeichnung unserer Idee gemacht und diese mit John aus dem TCM (ein wirklich fixes Bürschchen und sehr zuverlässig!) ausgiebig besprochen. Er hat mir die Vorrichtung bis Freitag angefertigt und Maurice hat aus Lusaka noch die notwendigen Kabelmeter mitgebracht. Nun hängt unser Router, gut in einen stabilen Plastiksack eingepackt, im umgekehrten Kochöl-Kübel, welchen an eine Stange befestigt ist, welche wiederum an der Küchen- Aussenwand angeschraubt ist. Und wir sind so glücklich: wir sind wieder mit der Welt vebunden, juhui! (auch Blog schreiben ist viel weniger zeitraubend!)--------------------------------------------------------------------------PS: Niemand ist zu klein, sein Geschwisterchen zu tragen, wenn Mama den schweren Schubkarren voll Wasserkanister nach Hause stossen muss (Mulele hat Wasser, viele Familien haben ausgetrocknete Brunnen. Deshalb kommen jeden Tag Menschen zum Wasser holen zu uns nach Mulele):

2 Kommentare 21.5.17 19:02, kommentieren