Alles Roger oder was ...?

Wir haben jetzt hier auch einen Roger. Nicht ganz so berühmt wie sein Namensgeber in der Schweiz, aber bei uns im Haus sehr beliebt: Unser neuer kleiner Kater namens Roger. ---------------------------- Unser Kater Findus ist ja im September während unserer Ferien an einer Vergiftung gestorben. Ob es ein Schlangenbiss oder der Verzehr von etwas Giftigem war, das wissen wir nicht. Wir waren jedenfalls sehr traurig! Findus: Vor allem ich, Lis, konnte mir unser Zuhause nicht völlig ohne Haustiere vorstellen: mir fehlt ihre Gesellschaft, das Leben und die Leichtigkeit, die sie in unseren Alltag bringen. Deshalb habe ich für einen neuen Kater plädiert. Roger ist, wie man sieht, mindestens ein Halbbruder von Findus: Sie haben die gleiche Mutter, die dauerschwangere, ebenfalls gingerfarben-gestreifte Katze im Konvent der Sisters. Und wie das Leben so lehrt, ist die Vaterschaft immer etwas schwieriger zu bestimmen. Roger ist seit 4 Tagen bei uns. Er scheint uns bereits als seine neue Familie akzeptiert zu haben und erkundet neugierig, aber auch vorsichtig die Umgebung: Donnerstag nur Stube und Küche, Freitags dann zusätzlich das Entree und Badezimmer, seit gestern nehmen wir ihn raus auf die Veranda und heute hat er seine Scheu vor dem Fliegenvorhang zwischen Stube und Veranda überwunden und geht jetzt, wenn auch noch zaghaft, selbst raus und rein. Irgendwann werden wir ihm die Katzenklappe zeigen, und ab dann ist er frei zu kommen und zu gehen wie er will. Doch ist er schon noch sehr klein, weshalb er momentan nachts noch drinnen bleiben muss. -------------------------------------------------------------------------------------------------------- Auch mit Maurice ist er schon bestens befreundet. Doch gestern nachmittag hat Roger es sich kurzfristig mit Maurice etwas verscherzt: Maurice hat den Laptop auf dem Sofa draussen offen liegen lassen und ist reingegangen. Das war natürlich eine Einladung an Roger, den Laptop zu erkunden: in den Bildschirm beissen (könnte ja was Feines sein, nicht?) und über die Tastatur wandern. Ich habe es gesehen und das Laptop zugemacht. Als Maurice weiterarbeiten wollte ging aber gar nichts mehr. Roger ist offenbar ein Computerfreak und hat mit seinen Pfoten eine Tastenkombination erwischt, die eine Re-Installation des operating Systems ausgelöst hat: Das Resultat war eine Fehlermeldung: „die Re-Installation konnte nicht vollendet werden“ und ansonsten „tote Maus“ im Compi. Jedenfalls hat mein armer Gatte kurzfristig Panik geschoben (was ich von Herzen nachvollziehen konnte) und nur ein harter Neustart (so, wie man es eigentlich nie machen sollte: man drückt auf den „On/Off-Knopf“) hat Maurice’s Laptop wieder zum Leben erweckt. Roger hat sich unterdessen geschämt (?) ----------------------------------------------------------------------------------------------------------- Aber man kann ihm ja nicht lange böse sein, und so war bald alles wieder ok. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ich liebe ihn, unseren „naughty little flea“

4.11.18 12:03, kommentieren

Ein Ausflug nach Lusaka ... und kleine Schweinereien

Ich bin jetzt dann bald vier Jahre in Sambia. Anfangs gab es viel zu erzählen, denn alles war neu im Alltag. Doch nun ist vieles schon erzählt, die gleichen Jahreszeiten kommen und gehen jedes Jahr wieder, und meine Freunde hier in Mpanshya kennt Ihr auch schon. Also erzähle ich einfach, was mir dieses Wochenende Besonderes aufgefallen ist, keine Schlagzeilen, eher kleine Beobachtungen.-----------------------------Maurice hatte am Samstag seinen 60. Geburtstag. Wir haben das niemandem erzählt, denn er wollte mit mir alleine feiern und hat mich in der Nähe von Lusaka in die Chaminuka Lodge eingeladen. Dazu gehört ein riesiges Stück Land mit vielen verschiedenen Antilopenarten, mit Elefanten, Geparden und Löwen (diese drei letzten sind aber scheinbar in Gehegen gehalten). Wir habe keine Safari-Fahrten gemacht, das tun wir lieber in Nationalpärken, aber wir haben ein „cheese-tasting“ (Käse-Verkostung) mitgemacht. Chaminuka hat nämlich auch eine Farm mit Milchkühen und dort stellen sie Käse her. Unsere kleine Gruppe, die aus 2 sambischen Familien, einem Bolivianer, seiner Freundin und uns bestand, wurde mit dem Safari-Auto zu der Farm gefahren. Dort hatte es tatsächlich viele Kühe und auch Ziegen (leider machen sie keinen Ziegenkäse – so schade!). Wir wurden vom Käser in einen Raum geführt, der mit Styropor, Zement und Steinen einer Höhle nachempfunden wurde, mit Stalaktiten und einem künstlichen Wasserfall an einer Wand. Die Aircon hat die höhlenmässig kalte Temperatur geliefert. Auf dem Stein-Tisch waren die Teller mit dem verschiedenen Käse, in Würfel geschnitten, schon vorbereitet. Dazu gab’s Rotwein und Wasser. Der Käser (in weiss), ein sehr netter und kompetenter Mann, hat uns die verschiedenen Käse erklärt und wozu sie verwendet werden: Mozzarella (Pizza), Halumi (zum Braten), Feta (Salat) etc. Der letzte war ein Gruyère und hier sagte er, dieser werde, zusammen mit Swiss-Cheese (? was das wohl genau ist?) fürs Fondue verwendet. Dann hat er uns erklärt, was ein Fondue ist: „Fondue means melting. They melt gruyere, then cook it shortly with wine, it gets a bit like porridge. Then they eat it with bread.” Was an und für sich stimmt. Maurice und ich haben ein ernstes Gesicht gemacht und interessiert genickt. Wir wollen ja nicht wissen, was die anderen der Gruppe sich nun genau unter einem Fondue vorstellen, nicht? Der Käse war jedenfalls gut, zumindest für uns, die wir die südafrikanischen Industrie-Käse gewöhnt sind.----------------------------------Den Rest des Aufenthaltes haben wir genossen beim guten Essen, wieder mal einen Film anschauen in TV (können wir ja sonst nicht bei uns zuhause) und einfach zusammen ausspannen. Am Sonntag sind wir noch kurz nach Lusaka reingefahren. Auf der rechten Seite der Strasse war eines dieser riesigen, runden Felder, auf denen unter einer Bewässerungsanlage ganzjährig angepflanzt und geerntet werden kann. Es war abgeerntet und riesige runde Strohballen lagen verstreut herum, wahrscheinlich Weizen oder ein anderes Getreide. Hunderte von Menschen, Männer, Frauen und Kinder, haben in diesem Feld ganz offensichtlich etwas zusammengelesen. Wir haben nicht genau sehen können was es war, aber es können eigentlich nur liegengebliebene Körner sein. Es sah nicht aus, als ob dies offizielle Arbeit gewesen wäre, es sah mehr danach aus, als ob all diese Familien sich am Wochenende hier nach der Ernte noch ihre private „Ernte“ einholen. Wie viel Arbeit das wohl ist für eine Mahlzeit? Ein paar Frauen trugen auch Säcke, in welchem, vom Gewicht her beurteilt, wahrscheinlich liegengebliebenes Stroh abtransportiert wurde – hier wird nichts verschwendet! -------------------------------Auf dem Weg in die Stadt, kamen wir an einem riesigen Feuer vorbei. Zuerst dachte ich, da brennt eine Tankstelle, so dick und schwarz war der Rauch. Doch dann stellte sich heraus, dass „nur“ Abfall verbrannt wurde: alte Autoreifen. Und natürlich war ich froh, dass offensichtlich nichts explodiert ist und niemand zu Schaden kam, ausser der Umwelt vielleicht? -------------------------------Viel erfreulicher dagegen ist, dass hier die Vorweihnachtszeit schon begonnen hat: es wird in den Läden schon heftig „Jingle bells“ und „Frosty, the snowman“ gespielt, was uns etwas ablenkt von der Hitze draussen. Und mit der Weihnachtsdekoration wächst bei uns auch die Vorfreude für unseren jährlichen Besuch in der Schweiz über Weihnacht und Neujahr. ---------------------------------So, nun nur noch schnell ein freudiger Schluss: Unsere 3 Sauen in Mulele haben innerhalb von 2 Tagen alle ihre kleinen Ferkel bekommen: die erste 11, die Zweite 8 und die 3. leider nur 4. Wir sind aber v.a. auf die beiden Zuchtdamen von Sebastian sehr stolz, mit ihrem grossen Nachwuchs. Der Vater hat sich ganz sozial verhalten, denn die Schweine haben früher geferkelt als erwartet, weshalb die erste junge Mutter noch mit dem Vater und zwei anderen Herren im Gehege war bei der Geburt. Offenbar hat der zukünftige Vater die Mutter gegen die anderen abgeschirmt. Und auch bei den anderen beiden ist er jeweils in der Nähe des Geheges geblieben und hat vielleicht moralische Unterstützung geleistet? Was weiss ich schon, wie die Sozialkompetenz von Ebern zu beurteilen ist!

28.10.18 19:31, kommentieren