Ein Lehmhüttchen ... – dritte Folge

Happy New Year! Seit dem letzten Blog waren Maurice und ich in der Schweiz Weihnachten feiern. Es war so schön, unsere Familie und Freunde wiederzusehen. Beim Heimkommen nach Mpanshya war alles soweit in Ordnung, nur die Plastikverkleidung des Dachs unseres Gästehäuschens war fast vollständig weg: Sonne und Wind haben gewirkt und der Plastik hing vom Dach herunter, da wo er sich nicht in kleine Stückchen aufgelöst hatte. Die Regenzeit hier hat an Weihnachten aufgehört, was ganz ungewöhnlich und für die Bauern und den Mais ganz schlimm ist: Wenn es nicht baldigst heftig regnet, dann wird das eine ganz dürftige Ernte! Und natürlich hat der Plastik dem unerwarteten steten Sonnenschein nicht standhalten können. Wir haben dann überlegt, ob es wohl eine bessere Lösung gibt und sind zu folgendem Schluss gekommen: Statt das Dach von oben abzudichten, kann man das doch auch unter dem Dach machen, so dass das Wasser aber nicht in die Lehmmauern laufen kann und diese auflöst. Gesagt, getan: Die Jungs von TCM sind wieder anmarschiert, diesmal zu zweit: John und Thomas. Im Gästehaus drin wurde der Plastik unten ans Unterdach geknotet mit Schnur. Dann wurde das Mosquito-Netz zwischen Mauer und Dach horizontal zerschnitten und der Plastik durch den Schnitt hindurch über die Lehmwand hinweg nach drausssen geführt und aussen mit Backsteinen beschwert, damit er im Wind nicht ausser Kontrolle gerät: Innen sieht das so aus: Durch den Schlitz im Mossi-Netz zwischen Dach und Wand kommt der Plastik nach aussen und schützt zugleich die Lehmwand vor dem herabrinnenden Wasser: Innen sieht das Häuschen also momentan etwas nach „Patchwork-Provisorium“ aus: und mangels Regen wissen wir noch nicht, wie gut es dichthält, wir sind aber sehr optimistisch! Das Material für den neuen Dachstock liegt bereits in unserem Garten bereit, nur das Gras fehlt natürlich noch: Vor Mai kann nicht erneuert werden, denn wir brauchen dazu viel langes und trockenes Gras! Es gibt noch eine Neuerung im Gästehüttchen. Weil Maurice und ich in der CH beim Schneeschuhwandern und Skifahren merken mussten, dass unsere Kondition völlig am Boden ist, haben wir eine Investition getätigt, die ich mir schon die ersten 2 Jahre meines Hierseins immer wieder überlegt habe, aber mich irgendwie nicht getraut habe. Wir haben uns einen Crosstrainer angeschafft: Foto 6 Warum ich mich nicht traute: Alle Menschen hier müssen alles zu Fuss machen. Die meisten sind deswegen schlank und fit, aus der Not heraus, sozusagen. Und ich leiste mir ein Fitness-Gerät – pfui! Doch ehrlich gesagt gibt es schon Gründe, warum es eben doch Sinn macht: Mulele liegt nur gerade 8 Gehminuten von unserem Heim weg, also keine Distanz für die Fitness. Ich arbeite viel am Computer mit ganz wenig körperlicher Bewegung. Joggen geht wegen der Gelenke nicht, und aussserdem vergeht einem die Freude am öffentlichen Walken, wenn einem haufenweise Kinder zurufen und nachjohlen und um Süsses anbetteln und jeder, dem man begegnet einen anschaut wie einen verrückten Weissen (was ja auch verständlich ist: wer läuft in dieser Hitze schon freiwillig – nur verrückte Weisse eben!). Aber unsere Gesundheit wollen Maurice und ich uns trotzdem erhalten, und so kam der Crosstrainer in unser Hüttchen – und ich liebe ihn! PS: Wir werden ihn am Ende unseres Afrika-Aufenthaltes der Physio-Therapie des Spitals schenken, sie nehmen ihn sicher gerne!

21.1.18 14:44

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