Ein „Baumhaus“ ...

Unser kleines Gästehäuschen steht immer noch und ist auch weiterhin bewohnbar. Die Lösung mit den Plastikplanen unter dem Grasdach bewährt sich: es bleibt auch bei festem Regen trocken innendrin. Die Wände allerdings haben arg gelitten, die Risse werden grösser und die Termiten sind sehr fleissig am Werk: sie nagen am Innenleben der Wände, was natürlich nicht zu deren Stabilität beiträgt. Aber bis zur grossen Renovation (oder eher Neubau!) halten sie bestimmt. Die Natur hat sich noch etwas Besonderes ausgedacht: Das Gästehäuschen wird zunehmend zu einem „Baumhaus“ umfunktioniert. Nicht ein Baumhaus wie wir das kennen: ein Haus auf einem Baum, nein, umgekehrt: Bäume auf dem Haus! Der grosse Flamboyant, dieser im November so prachtvoll blühende Riesenbaum in unserem Garten, der macht natürlich auch Samen. Nach der Blüte entwickeln sich die grünen Schoten, die nach und nach dunkelbraun werden und vom Baum fallen (Alex liebt sie als Spielzeug: ich schmeisse sie soweit es geht, und er holt sich die Trophäe und rast damit im Garten rum) Im Inneren befinden sich die Samen. Offenbar ist das alte Grasdach ein wunderbarer Keimboden, denn es wachsen lauter kleine Flamboyants darauf: Ich hoffe, die Wurzeln stärken die Stabilität des Grasdachs und helfen ihm zu überleben bis es ersetzt wird!------------------------------------------------------------------------------------------------Noch eine kleine Sache, typisch für Mpanshya: Wir haben ja keinen Strom vom Netz hier. Strom gibt’s nur per Solarenergie oder Generator. Unser Haus ist gut versorgt mit eigener Solarenergie. Was braucht am meisten Strom? Heizen! Also elektrische Wasserkocher oder auch Bügeleisen sind tabu. Deshalb habe ich nie gebügelt, solange ich alleine in Mpanshya gewohnt habe: meine Kleider sind entweder bügelfrei oder halt zerknittert. Maurice trägt natürlich Hemden hier, ohne Kravatte zwar (zum Leidwesen seiner Angestellten in UMINO, die ihn schon lieber mit Kravatte hätten, das wäre viel mehr „Direktor-like“!), aber eben Hemden. Die müssen auch gebügelt werden, sonst sieht das ja nicht aus, oder? Aber wie? Helen, unsere Haus-Perle, hat das Problem für uns gelöst: sie hat ein unbenutztes, da kaputtes, Kohlebügeleisen von zuhause mitgebracht. Martin vom TCM Metall-Workshop hat es wieder flottgemacht und nun bügelt Helen mit Enthusiasmus und Freude mit diesem schweren, absolut unregulierbar heissen Brockenhaus-Stück Maurice’s Hemden. Mit Grillkohle und Anzündwürfeln wird es zum Glühen gebracht, und dann wird gebügelt, was das Zeug hält. Das Resultat lässt sich sehen: Maurice ist zumindest morgens, wenn er wegfährt, wie aus dem Ei gepellt (mit zunehmender Hitze werden die gebügelten Hemden dann etwas schlapp)!

17.3.18 11:59

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