Ein Lehmhüttchen ... – zweite Folge

Wir mussten uns beeilen, denn die Regenzeit hat so richtig begonnen und die Wände unseres Gästehäuschens haben immer mehr gelitten. Brian hat eine 2-Mann Crew gefunden, welche das Dach in 5 Arbeitstagen ganz neu, also inkl. neuer Dachstock, decken wollte. Er hat Mopani-Pfähle, ein sehr hartes und Termiten-resistentes Holz, schneiden lassen, hat viel Bambus für den Dachstock bestellt und sogar Gras zum Decken gefunden. Dann aber hat es mehr und mehr geregnet und die Wetterprognose war für die nächsten 2 Wochen sehr schlecht: 5 regenfreie Tage waren nicht zu finden! Wir haben Alternativen gewälzt und uns dann schnell dazu entschlossen, das Dach in Plastik einzupacken. Maurice hat sich nach gutem Material erkundigt, wir sind nach Lusaka gefahren und haben eine grosse Rolle dicken Plastik und viel, sehr starkes Klebeband gekauft. Brian ist mit 4 weiteren TCM Jungs angetreten und innerhalb von 5 Stunden war das Dach eingepackt: Francis und Thomas waren auf dem Dach, während zwei andere unten Plastikbahnen schnitten und für Klebeband-Nachschub sorgten. Gerade als das letzte Klebeband geklebt war, fing es an zu Winden und in Strömen zu Giessen. Schnell haben Brian und ich mit John zusammen die Plastikenden unter dem Dach im Bambus-Geflecht reingestopft, denn der starke Wind hat unter den Plastik geblasen und diesen hoch aufgebauscht. Derweil haben Thomas und Francis lange Schnüre angebracht am „Gupf“ der Dachmitte. Wir unten habe diese Schüre fest angespannt und dann unter dem Dach-Überhang am Bambus festgezurrt. Dort wo der Wind immer noch den Plastik aufgebläht hat, haben die Jungs noch halbe Backsteine an Schüren befestigt auf den Plastik gelegt zum Beschweren. Es hat immer noch gegossen was das Zeug hält. Wir alle waren pitschnass und stolz auf die Arbeit, und wir haben im Trockenen im Gästehaus einen z’Vieri verputzt. In der Nacht hat es weiter gegossen wie aus Kübeln und am Morgen war kein Tropfen Wasser im Häuschen – bravo! Doch dann, am Nachmittag kam die Ernüchterung: Die Sonne schien, der Plastik wurde heiss, das Klebeband an den Rändern wohl auch, und der Plastik ist an den Rändern des Klebebandes geschmolzen. So sind Löcher entstanden, weil zu viel Zug auf dem geschmolzenen Plastik war und es an den Klebebandkanten abgerissen ist. Also sind Maurice und ich aufs Dach gestiegen und haben überall dort, wo es Löcher hatte, neue Stücke Plastik mit anderem Klebeband (was wir gerade so in der Werkzeugkiste fanden), diesmal in rot, dunkel- und hellgrün, darüber geklebt. Nächste Nacht hat es wieder fest geregnet und siehe da: Im Hüttchen blieb es ganz trocken und das bunte Klebeband hat gut gehalten. Heute dann kam der ultimative „Sonnen-Test“: das bunte Klebeband hat den Plastik nicht geschmolzen und hält immer noch bestens. Und unser Gästehaus hat ein etwas eigenartiges Aussehen bekommen: moderne Kunst am Bau? Pfähle und Bambus lagern jetzt in unserem Garten bis Ende Regenzeit. Dann wird von oben bis unten renoviert. Und bis dann, so hoffen wir, gibt es nichts mehr zu schreiben über unser kleines Lehmhüttchen!

19.11.17 16:40

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